Freitag, 18. April 2014


Paris
Da lebte ich mal. Das ist 20 Jahre her. Ich lebte da gern. Aber ich wollte da nie wieder leben. Ich war angekommen und fremd. Es war Heimat und ich war heimatlos. Ich fühlte mich wohl in der fremden Sprache. Ich liebe fremde Sprachen. Sie sind mir Hüllen, warme Kleidung, sicheres Versteck, heimlicher Ort vor der Welt mit Menschen, die mir Angst machen, Stimmen, die in fremden Sprachen sprechen, mich erregen oder mir Heimat geben, ganz kurz in einem Gespräch, in ihren Wohnungen, in ihrem Sein.

Donnerstag, 17. April 2014



Du hast den Samen des Unmuts gepflanzt. Nun ist er da. Was soll damit passieren? Wer wollte ihn? Wahrscheinlich war der Beginn eine Verletzung. Etwas was nie heilte. Etwas was Dich beschäftigte aber nie sein durfte. Ein Wort wie Gift könnte es gewesen sein. Du pflanzt Angst. Angst ist Enge, in der nichts wächst. Warum tust du das? Ist das Deine Macht. Anderen Angst machen? Fühlst Du Dich ohnmächtig? In den Schlaf rettest Du Dich. Dein Reden wird zum Lallen. Du hast nichts zu sagen. Da ist dieses Flattern im Magen. Unmut. Unmut ist der Keim der Angst. Angst wächst langsam heran. Deine Geschichten sollen verwirren. Sollen vom Wesentlichen ablenken. Was ist das Wesentliche? Dass Du selbst nicht weißt. Du setzt der Gefahr aus. Du beschützt nicht. Du redest. Du redest. Dein Reden ist Nebel. Du erzeugst Nebel um Dein Dilemma zu vergessen. Du testest. Dabei vergißt du, dass die Fratzen, die Du siehst, deine Gesichter sind. Du erinnerst an das was ist. Du erinnerst mit dem Samen Deines Unmutes daran, wer du bist. Jetzt gerade.